Wußtest du schon: Eine Wespe zu töten kann 50 000 Euro kosten!
Nein, das wusste ich nicht. Und es ist auch totaler Quatsch. Ein Online-Portal für Verkehrsbußgeld hat dieser Fakenews-Ente Flügel geschenkt, und das häßliche Vieh flatterte zu Medien wie der Zeitung Merkur aus München, zu ntv, zur Augsburger Allgemeinen. Alle haben das ungeprüft abgeschrieben. Motto: Lieber mit Blödsinn hohe Klickzahlen erreichen als mit überprüften Fakten zu langweilen. Alle haben das hinherher berichtigt, aber das hat nichts mehr gebracht. Der Unfug verbreitet sich weiter.

Was ist denn Fakt? Tatsächlich gibt es Bußgelder für Menschen, die wildlebende Tiere grundlos umbringen. Geschützte Arten dürfen überhaupt nur unter bestimmten Umständen getötet werden. Bei schwersten Vergehen kann das sonst echt teuer werden. Spezielle Wespen-Bußgelder gibt es aber nicht. Und die erschlagene Wespe auf dem Kaffetisch fällt in der Praxis nicht unter Bußgeld. Zum Beispiel wurde in ganz Nordrhein-Westfalen binnen fünf Jahren nur ein einziges Mal ein Bußgeld wegen Zerstörung eines kompletten Wespennestes verhängt, Höhe: 45 Euro.

Wer Wespen nicht töten will, fängt sie in einem umgestülpten Wasserglas und schiebt dann eine Postkarte unter das Glas – raus mit ihr aus dem Haus! Wegen Wespennestern ruft man die Feuerwehr an.

Die ganze Geschichte bei www.correctiv.org.

jek, 4.9.2018