Bei Online-Abstimmungen wird getrickst und betrogen, dass es nur so kracht: Unbeteiligte werden zum Mitstimmen gedrängt, Stimmen werden doppelt, dreifach, vierfach abgegeben … So weit, so bekannt, so schlecht. Aber jetzt das: Die Evangelische Kirche in Deutschland ruft zum Lügenfasten auf (7 Wochen ohne Lügen), doch gleichzeitig veranstaltet ihre Zeitschrift Chrismon die Online-Abstimmung „Gemeinde 2019“. Ich wurde stutzig. Passt das? Ist Tricksen und Betrügen nicht das Gleiche wie Lügen? Soll Chrismon solchen Methoden ausgerechnet während des Lügenfastens Tür und Tor öffnen?

Mit der Aktion verteilt eine Jury Geld unter die 30 Kirchengemeinden, die die meisten Stimmen bekommen – egal wie die das geschafft haben. Na gut, man darf die Sache trotzdem locker sehen. Zum Schluss wird die Jury nur denen Geld geben, die es mit ihrem Projekt verdient haben.

jek, 16.3.2019, Foto: Screenshot Webseite Chrismon