Im Juni, wenn die meisten Seehunde im Nationalpark geboren werden, sieht man mitunter Jungtiere alleine am Strand liegen.
Oft sind das keine sogenannten „Heuler“, die in der Stillphase den Kontakt zur Mutter verloren haben. Häufig sind es junge Seehunde, deren Mutter noch in der Nähe ist. Es ist wichtig, den Tieren Zeit und Raum zu lassen, damit die Mutter zu ihrem Jungen zurückkehren kann.
Hierzu richten die Freiwilligen-Teams der Schutzstation Wattenmeer in Absprache mit den Seehundjägern flexible Schutzzonen ein und bewachen die jungen Robben. Menschen oder Hunde werden in größerem Abstand um die Tiere herumgeführt, so dass Mutter und Kind ungestört wieder zueinanderfinden können.
Manchmal tauchen junge Seehunde an ungewöhnlichen Stellen auf. So fanden Schutzstation-Mitarbeiter in dieser Woche eine dösende Welpe im Eiderstedter Vorland (siehe Foto). „Diese Seehunde sind meistens schon abgestillt und erkunden auf eigene Faust ihren Lebensraum“, sagt Weinberg. Hierbei gelangen sie zuweilen in hochliegende Salzwiesen, bis nah an den Deich oder sogar in die Häfen hinein. Freiwillige und Seehundjäger behalten auch diese Robben im Blick, um sicherzugehen, dass sie wieder den Rückweg ins offene Meer finden.
Beobachtungen junger Seehunde können bei den Schutzstationen oder direkt bei den Seehundjägern gemeldet werden.
22.6.2018, Text: Schutzstation Wattenmmer, Foto Rainer Schulz