Sympathischer Junge, überzeugender Text, eingängige Musik. Alles super: Für Michael Schulte und seinen deutschen Beitrag für den European Song Contest ESC kann nichts mehr schiefgehen. Mindestens ein Mittelplatz ist gesichert. Oder doch nicht? Bleiben Sound und Melodie wirklich im Ohr? Oder haben die Produzenten alles so perfekt gestylt, dass es gerade deshalb knapp daneben ist? Zuviel rosa Wattewölkchen, um Schmerz und Wut des Textes abzufedern? Fehlen gerade dadurch das Unverwechselbare, das Eigenwillige, der Widerhaken? Eben alles, was den Unterschied zwischen einem Liedchen und einem Lied macht? Wer alles richtig macht, kann alles falsch machen. Unplugged klingt es besser: You let me walk alone. jek, 5.3.2018, Foto: NDR