Schon vor Jahrmillionen hat die Große Pfeffermuschel den Staubsauber erfunden. Mit einem bis zu 30 Zentimeter langen, rüsselförmigen Hautschlauch saugt sie die Wattoberfläche ab. Die Muschel selbst hält sich sich etwa zehn Zentrimeter tief im Watt vergraben. Das schützt sie vor gefräßigen Vögeln. Vom Absaugen erzählen sternförmige kleine Rillen im Wattboden. Im Inneren der Muschel wird alles Nahrhafte aus dem Eingesaugten herausgefiltert, der Rest im weiten Bogen ausgespuckt. Wenn man bei Sonnenschein leise vor einer Pfütze im Schlickwatt steht, kann man vielleicht schon bald die Staubsaugerrüssel in Aktion beobachten.

Mit Glück kann die Pfeffermuschel 15 bis 18 Jahre alt und knapp sechs Zentimeter lang werden. Sie kommt mit sehr wenig Sauerstoff aus, verschwindet aber bei starker Wasserverschmutzung. 1980 bis 1992 fehlte die Art in Schleswig-Holstein, ist inzwischen aber wieder in allen Schlickwatten anzutreffen. Ihre relativ dünnen Schalen sind flach und rundlich und meist kalkweiß, mitunter auch gelblich. Allerdings können sie durch den schwarzen Schlickboden auch grau-blau bis tiefschwarz verfärbt sein.

12.7.2018, Text: Borcherding (Schutzstation Wattenmeer) / jek, Foto Rainer Borcherding