Im nordfriesischen Wattenmeer sind insgesamt zehn Halligen kreisförmig um die Insel Pellworm herum geordnet. Nicht alle Halligen sind bewohnt. Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste bieten nur die Halligen Hooge, Langeneß, Oland, Gröde und Nordstrandischmoor.

Hooge ist die wohl bekannteste Hallig im nordfriesischen Wattenmeer und erzielt sogar mehr
Fremdenverkehr pro Einwohner als die Insel Sylt. Ein Grund hierfür ist sicherlich die gute Verkehrsanbindung für Tagesgäste, denn die Fähre kann den Hafen tidenunabhängig anlaufen. Zu den jährlichen Ringelganstagen kommen Gäste von weit her, um die Zugvögel bei ihrem Zwischenstopp auf den Halligen zu beobachten.

Die größte der Halligen ist Langeneß, mit einer Lorenbahn mit dem Festland verbunden. Viehhaltung ist hier noch weit verbreitet. Landschaftlich zeigt sich die Hallig von ihrer rauen Seite. Zwischen den in zahllosen Sturmfluten zerklüfteten Salzwiesen mäandern Priele. Früher nutzten die Halligbewohner diese als Transportwege, heute sorgen Straßen und Brücken für eine zuverlässigere Verbindung zwischen den 18 Warften, denn die Priele verändern sich ständig.

Gröde ist eine der kleineren Halligen. Auf Gröde pflegt man noch die traditionelle Form der Landverteilung, die Allmende. Nach genauen Vorgaben erhält jeder Landwirt einen gerechten Anteil an der Gesamtfläche der Hallig zugewiesen. So verändert sich die Verteilung ständig – eine Regelung, die Landverluste nach Sturmfluten ausgleichen sollte. Der angenehme Nebeneffekt: Es gibt bis heute kaum Zäune auf der Hallig.

Oland kann von Schiffen nur bei Hochwasser angelaufen werden und ist auch zu Fuß durchs Watt nicht immer erreichbar. Ihre einzige Warft ist dennoch sehenswert: Rund um den Fething, in dem die Warftbewohner früher Trinkwasser für das Vieh speicherten, ist wie zu alten Halligzeiten das kleine Dorf mit 17 Häusern angeordnet, mit der Schule, einer Gastwirtschaft, der Poststelle, einem Gemeindehaus und der Halligkirche.

Nordstrandischmoor ist über einen Lorendamm mit dem Festland verbunden – allerdings nur im Sommerhalbjahr. Da die Hallig zum Herbst hin immer häufiger überflutet wird, treiben die Bauern ihre Schafe und Rinder jedes Jahr wieder durch das Watt aufs Festland zurück – erst im nächsten Frühjahr holen sie die Tiere dann wieder zur Mast auf ihre fruchtbaren Salzwiesen.

Wattwanderungen zu den Halligen sollten niemals allein unternommen werden. An der Seite eines erfahrenen Wattführers, der das Wetter und die einsetzende Flut beurteilen kann, wird der Halligausflug allerdings zu einem ganz besonderen Erlebnis. hd