17 Uhr, das Watt liegt in der Sonne vor Pellworm, es ist zweieinhalb Stunden vor Niedrigwasser. Knud Knudsen schultert seinen gelben Rucksack mit dem Posthorn und geht den Deich hinunter, in der Ferne ist die Silhouette der Hallig Süderoog zu erkennen. Dort leben Nele Wree und Holger Spreer. Knud Knudsen geht zwei Mal pro Woche – von Frühjahr bis Herbst auch mit Gästen – zu den beiden Halligleuten, er bringt ihnen im Auftrag der Deutschen Post Brief- und Paketsendungen: Knud Knudsen ist Watt-Postbote. Wer mag – und fit genug für die insgesamt knapp 14 Kilometer Strecke ist -, kann ihn begleiten.

Das Wattenmeer vor der Westküste Schleswig-Holsteins ist weltweit einzigartig – die Aufgabe als Watt-Postbote auch. Es geht los, noch eilt das Wasser in den Prielen der Nordsee hinterher. Direkt vor Pellworm verläuft ein großer Priel, der knapp fünfhundert Meter vor der Küste gequert werden muss. Bis zu den Oberschenkeln stehen manche Leute jetzt im Wasser, „…dies ist aber auch schon die tiefste Stelle auf der Tour – schließlich ist jetzt der höchste Wasserstand“, beruhigt er die Teilnehmer. Nun peilt Knudsen – wohl der einzige Postbote, der mit einem Kompass arbeitet – die Marschroute, die Hallig wird bis unmittelbar vor dem Ende des Hinweges immer zur Rechten den Weg weisen. „Direkt können wir nicht dorthin laufen – zu viel Schlick, zu viele Priele.“

Mehr über den Wattpostboten und die Erlebniswattwanderungen mit Knud Knudsen nach Süderoog lesen Sie in unserer Ausgabe AM MEER 01/2017 oder auf www.nordseetourismus.de.