Im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer hat das große Schnäbeln begonnen: Brutvögel sind auf der Partnersuche und bereiten sich auf die Aufzucht des Nachwuchses vor. Mit als erste beginnen die Graugänse mit der Eiablage, außerdem Kiebitze und Uferschnepfen, die ihre Nester teilweise außerhalb, aber auch in den Salzwiesen des Nationalparks anlegen.
Rotschenkel und Sandregenpfeifer, Brandgans, Säbelschnäbler und Austernfischer, später dann die verschiedenen Möwen- und Seeschwalbenarten werden das Wattenmeer in den kommenden Wochen in eine Vogelkinderstube verwandeln. Insgesamt ziehen Expertenschätzungen zufolge annähernd 100.000 Paare in den Salzwiesen, an Stränden und in den Dünen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste ihren Nachwuchs groß.
In dieser sensiblen Zeit ist die Vogelwelt auf Rücksichtnahme angewiesen. Vogelreiche Gebiete sind darum mit entsprechenden Schildern gekennzeichnet. Besonders gefährdet sind dabei die bodenbrütenden Arten – und das nicht nur hinsichtlich Störungen durch den Menschen. Beutegreifer wie Fuchs und Marderhund machen den Brutvögeln zunehmend zu schaffen. Zudem gehen die Brutbestände einiger Arten, etwa des für das Wattenmeer typischen Austernfischers, nicht nur in Schleswig-Holstein , sondern wattenmeerweit seit etlichen Jahren aus bisher nicht geklärter Ursache kontinuierlich zurück.
2.4.2019, Text: LKN.SH, Foto Säbelschnäbler: Stock/LKN.SH